
Wir haben in den letzten Jahren verschiedene Umgangsabsprachen gehabt und es war immer ein Auf und Ab.
Von „Ich bin am Wochenende nicht da“, bis „Ich kann die Kinder nicht mehr am Wochenende nehmen, weil ich die nächsten 6 Monate Schichten arbeiten muss“.
Von „Ich bin im Februar 3 Wochen in Thailand“, über „Wir sind im August 2 Wochen nicht da“ bis „Ich muss das Wochenende im März tauschen, denn da ist die voraussichtliche Geburt meines Sohnes“.
Nie hat mein Ex- Mann gefragt, ob ich das organisieren kann, obwohl ich jedes zweite Wochenende arbeiten muss. Er fragte nie, wer unsere Kinder beaufsichtigen wird, oder, ob er mich bei einer Lösung unterstützen soll.
Seit fast einem Jahr bin ich nun 24/7 Mama.
Alles brach zusammen nach diesen einen Pfingstferien. Seither ca 3 Treffen, sporadisch. Stundenweise.
Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, es wäre mein Alptraum gewesen. Rund um die Uhr zwei Kinder betreuen? Dauerhaft? Ohne Pause? Alleine?
Hör auf!
Als es dann wirklich soweit war- dieser Gedanke kam mir nicht ein einziges Mal.
Es war ganz klar, dass ich meine Kinder beschütze und für sie da bin. Ja, auch rund um die Uhr, an ALLEN Wochenenden. Ohne Pause und ganz allein, wenn die Situation es erfordert.
Rückblickend geniesse ich es sogar und sehe die Vorteile.

Meine Kinder können auch an einem Freitag Nachmittag ein Hobby ausüben.
Der Ranzen wird freitags in die Ecke gepfeffert, da geht eh nichts. Hausaufgaben werden entspannt und ausgeschlafen am Samstag gemacht.
Kindergeburtstage, die freitags, oder an einem Wochenende stattfinden, müssen nicht abgesagt werden.
Spieledates können auch am Wochenende getroffen werden.
Ich hab viel mehr qualitytime mit den Kindern. Es bringt uns mehr Leichtigkeit und Entspannung in unseren Alltag.
Ja, ich geniesse es. Es steht nicht zur Debatte. Ich bin die 24/7 Mama. Und es ist ok. Sogar gut.
Ich muss mir meine Oasen und Pausen im Alltag mit den Jungs bauen. Mir einfach so ein Buch schnappen und drin lesen, obwohl beide wach sind und um mich herum.
Dann muss ich Sport eben in ihrer Anwesenheit machen, oder mit ihnen zusammen.
Dann müssen sie am Wochenende eben noch mit anpacken im Haushalt, bevor wir es uns mit der Lieblingsserie gemütlich machen können.
Es gelingt mir immer besser.
War ich früher entspannter, als es noch regelmäßige Umgänge gab?
Nein.
Es war freitags immer dieses Besondere in der Luft. Angespanntheit. Nervosität.
„Wann wird er diesmal kommen?“ Um 16 Uhr? Oder wieder so spät, dass der Kleine schon im Arm eingeschlafen ist.
„Hoffentlich will er nicht diskutieren“.
„Oh Mann, eigentlich will ich die Kinder gar nicht hergeben, lieber würde ich auch Zeit mit ihnen verbringen“.
Sonntags dann das gleiche Spiel.
Nervosität. Angespanntheit. Alles noch aufräumen. Kleidung für Montag rauslegen. Spülmaschine, Wäsche, damit ich die Stimmung der Kinder abfangen kann.
„Hoffentlich hat er diesmal an alle Kleider gedacht, die ich mitgegeben habe.“
„Hoffentlich sind die Kinder gesund, können morgen zur Schule und ich zur Arbeit.“
Ich bin stolz auf mich. Und uns als Team.


































