Hu, das Thema triggert mich so sehr, weil selbst erlebt und auch im Umfeld.
Und ja, natürlich gibt es das auch anders rum, es sind nicht immer die „bösen“ Männer. Aber come on! Es ist eben der Großteil, deshalb rede ich ganz klar über sie!
Es fängt bei kleinen Dingen an.

Nehmen wir an, eine Frau erlebt häusliche Gewalt und hat kleine Kinder, ist schwanger, oder in Elternzeit. Wie auch immer hat sie Verdienstausfall und finanzielle Einbußen.
Erst ist sie „abhängig“ davon, dass ihr Mann den Vollzeitjob hat und Geld heimbringt, während sie sich um die Kinder kümmert, evtl halbtags arbeitet.
Nach der Trennung wird sie abhängig von Ämtern und sozialer Unterstützung sein, zumindest ist der Zeitpunkt nach der Trennung ein brenzliger Punkt, an dem man in diese Situation rutscht.
Im Normalfall hat man dann natürlich das gemeinsame Sorgerecht.
Der Vater darf der Mutter einem Umzug weiter Weg verbieten, obwohl dort die nötige Unterstützung in Form der Familie wartet, ein Job und Unterstützung mit der Kinderbetreuung.
Er selber kann aber problemlos in ganz Deutschland umziehen, sogar auswandern.
Dabei wird er nicht an seine väterlichen Pflichten erinnert und von keinerlei Einrichtung gestoppt.
„Er muss ja auch schauen, wo ein gutes Jobangebot wartet und sein Einkommen sichern. Heutzutage ist es halt so, dass man da flexibel sein muss!“
Umgänge- Er kann alles fordern. Stößt da in der Regel auf offene Türen, denn schließlich sind es ja auch seine Kinder und es ist doch so toll, wenn ein Vater sich so einbringt und teilhaben will.
Wenn er aber keinen Umgang haben will, die Kinder darunter leiden und die Mutter bettelt und fleht…
„Man kann ja keinen Vater zu etwas zwingen, das er nicht will!“
Ein Vater darf sooooo viel Umgang einfordern, hälftig in den Ferien zB.
Kommt die Frau ihm nicht entgegen, wird sie noch ermahnt, kooperativer zu sein.
Er kann aber 1 h vorher alles platzen lassen, evtl auch nur, weil ihm an der Kommunikation mit der Frau etwas nicht gepasst und gefallen hat. Eventuell fühlte er sich dadurch gekränkt und wollte dadurch demonstrieren:
„Dann schau doch mal, wie es ohne mich ist, bye!“
Ob die Frau da fest zum Arbeiten eingeplant war, das interessiert hier in dem Kontext keinen.
Er kann das. Einfach so.
In meinem Fall kostete mich das viel Ärger und den Unmut der Kollegen, die für mich aus dem Urlaub geholt werden mussten, um mich zu ersetzen.
Er kann ein Wochenende einfach so absagen und die Frau muss einen Plan B haben. Nicht er!
Wenn er dann am Dienstag die Kinder sehen will und es der Frau nicht passt, dann kann er mit Kindesentfremdung drohen und dem Jugendamt schreiben.
„Wie kann das sein?“




Mehrfach fragte ich mich das und meine Anwältin brachte es auf den Punkt:
“ Es spielt keine Rolle, ob sie in einen Club tanzen, oder arbeiten wären, oder auf der Couch liegen würden.“
Und nochmal: WIE kann das sein!
Ein Vater kann die Mutter bei jeder Übergabe bedrohen, klein machen, manipulieren, beschimpfen.
Und trotzdem wird seine Rolle als Vater nicht in Frage gestellt? Ernsthaft?
Kann ein Vater ein guter Vater sein, der sich SO der Mutter gegenüber verhält?
Er kann sich komplett zurück ziehen, kein Umgang, kein Unterhalt.
Wenn das Kind aber einen neuen Paß braucht, dann brauch ICH seine Unterschrift. Wie ich das schaffe, er 500 km entfernt wohnt, oder mir den Gefallen einfach nicht tun will, das interessiert keinen.
Fakt ist: ich brauch seine Unterschrift. Oder ich habe ne mords Rennerei mit Unterschrift vom Gericht ersetzen lassen. Ich! Natürlich ich! Nicht er!
Als ich mit meinen Kindern im Sommer außerhalb der EU im Urlaub war, nach was wurde ich direkt nach dem Pass vorzeigen gefragt?
Richtig! Nach seiner schriftlichen Erlaubnis, dass ich alleine mit den gemeinsamen Kindern reisen darf.
Wenn man sich diesen Satz langsam durchliest, kann man nur schreien oder hysterisch lachen.
SEINE ERLAUBNIS- DARF!
Aaaaaatmen!
Wenn die Kinder in den Ferien bei ihm sind, kann er eine Liste anfordern, mit allem, was er an Kleidung und Schuhen braucht für diese Zeit.
Wissen, wo es hingeht, das muss die Mutter aber nicht. Das Kind sagt, es gehe ans Meer. Hm.
Auf Nachfrage heisst es dann vielleicht:
„Wir bleiben innerhalb Deutschlands!“
Ob mein Kind im Schwarzwald, an der Ostsee, oder Berlin ist, das muss mir also egal sein.
Der Vater muss sich seinen Urlaub nicht in der Kitaschliessungszeit nehmen. Wie die Mutter die 3 Wochen überbrückt, wenn sie in der Probezeit ist, nicht zu der Zeit Urlaub nehmen kann, oder nicht so lange…interessiert niemanden. Im schlimmsten Fall muss sie krank „machen“, weil ihr nichts anderes übrig bleibt.
Er jedoch hat Anspruch darauf seinen Urlaub direkt bei Wiederöffnung mit dem Kind zu nehmen.
Weil es dann billiger ist außerhalb der Ferien, oder auch, weil es ihm egal ist, dass sie ja den Monatsbeitrag zahlt.
Man muss ihm diese Zeit mit dem Kind ja gönnen und sich freuen, dass er so gern Zeit mit dem Kind verbringt.
Ich hab von Vätern gehört, die jeden Abend per Videotelefonie ihren Kindern Gute Nacht sagen wollen, wow!
Geht’s dabei wirklich um die Kinder und das Interesse an ihnen?
Oder eventuell doch auch um Kontrolle, auch im Bezug auf die Frau natürlich.
Natürlich schreibe ich teilweise auch sehr überspitzt. Es ist ein Prozess.
Irgendwann weiss man was er „muss“ und „nicht muss“.
Oder wie meine Anwältin mal so schön sagte:
„Das gemeinsame Sorgerecht ist eigentlich nur ein Stück Papier. Doch nicht wirklich was wert. SIE entscheiden doch alles mehr oder weniger alleine für ihr Kind. Elternabende usw, er bekommt doch vieles gar nicht mit! Machen Sie sich nicht so abhängig. „
Und ja, hat man es mit einem Vater zu tun, der eher passiv ist und sich gerne aus allem raushält, dann könnte man es echt locker sehen.
Mein Ex hat noch nie ein Zeugnis der Kinder unterschrieben, zur Anmeldung für die weiterführende Schule hat kein Hahn nach seiner Zustimmung gekräht. Ich entscheide im Alltag alleine!
Jedoch gibt es auch Väter, die genau anders ticken. Die, die sich ständig in alles einmischen, ständig Mitspracherecht haben wollen, kontrollieren, oder sogar um das Wechselmodell, oder alleinige Sorgerecht kämpfen. Wenn auch nur, um keinen Unterhalt mehr zahlen zu müssen!































