Mein Buch ist seit 3. Juli veröffentlicht.
Und langsam begreife ich, dass mit diesem Moment nicht etwas zu Ende gegangen ist, sondern etwas ganz Neues angefangen hat.
Lange war mein Ziel ziemlich klar: Ich wollte dieses Buch schreiben.
Ich wollte meine Geschichte erzählen, sie fertigstellen und irgendwann ein echtes Buch in den Händen halten. Viel weiter habe ich dabei ehrlich gesagt gar nicht gedacht.
Schreiben, Lektorat, Veröffentlichung, das war der große Berg vor mir. Und dann stand ich irgendwann oben. Mein Buch war da.
Was danach passiert, hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm.
Plötzlich sprechen Menschen mit mir über meine Geschichte. Menschen erzählen mir, was einzelne Kapitel in ihnen ausgelöst haben. Manche schreiben mir, dass sie geweint haben. Andere haben das Buch angefangen und an einem Tag durchgelesen. Eine Leserin hat gleich mehrere Exemplare gekauft, weil sie es verschenken möchte. Eine andere sagte mir, es sei wunderschön und schlimm zugleich.
Mein 1. Leuchtturm im Buch sprach mir weinend eine lange Sprachnachricht drauf. Sie war so emotional. Dass sie wichtig für mich sei, war ihr bewusst. Aber schwarz auf weiss zu lesen, wie ich über sie und auch ihre Partnerschaft denke, mich an Gesagtes aus der Vergangenheit so lange erinnere, hat sie umgehauen.

Eine meiner Leuchttürme wollte mir ihre Reaktion ganz bewusst nicht per Nachricht schicken, sondern wartete bis wir uns persönlich begegneten. Mitten im Freibad standen wir schließlich da und ihre Stimme brach weg als sie sagte: „Ich hatte keine Ahnung, wie schlecht es euch teilweise ging!“ Wir sprachen darüber, dass wir oft nicht wissen, was sich hinter der Fassade eines anderen Menschen abspielt.
Solche Begegnungen hatte ich mir beim Schreiben nicht vorstellen können.
Und plötzlich entstehen durch dieses Buch Möglichkeiten, die es vorher schlicht nicht gab.
Ich gehe in eine Buchhandlung, stelle mich als Autorin vor – und die Mitarbeiterin kennt mich bereits aus der Hohenloher Zeitung. Wenig später stehen fünf meiner Bücher gut sichtbar im Regal.
Ich gehe in unsere Bücherei und frage vorsichtig, ob sie ein Exemplar geschenkt haben möchten, und erfahre, dass dort bereits darüber gesprochen wurde, mein Buch anzuschaffen. Daraus entsteht wiederum eine neue Idee: Warum gibt es dort eigentlich noch kein sichtbares Angebot für Alleinerziehende und Trennungsfamilien? Vielleicht gibt es Ende des Jahres eines.
Ich werde auf einer Familienmesse stehen und dort nicht nur mein Buch präsentieren, sondern auch den Alleinerziehenden-Treff und eine ganze Buchreihe zum Thema. Eine Lesung ist geplant. Eine Kooperation mit einem Frauenverein und der VHS Schwäbisch Hall entsteht. Menschen, die ich vorher nicht kannte, lesen meine Geschichte und schreiben darüber. Und sogar eine Zeitung interessiert sich dafür, was ich erlebt habe und warum ich beschlossen habe, darüber ein Buch zu schreiben.
Das alles ist aus etwas entstanden, das irgendwann einfach nur eine Idee in meinem Kopf war.
Darauf bin ich stolz.
















