Ich liebe dich, weil…

Es gibt Tage wie heute.

Nichts läuft wie es soll.

Auf dem Weg zur Arbeit: Vollsperrung der Hauptstraße.

Als ich über die Feldwege getuckert bin und nicht recht wusste, wo ich mich befinde und wo ich hin muss.

Als ich schon genervt und gestresst dort ankam und erfuhr, dass wir noch mehr Coronafälle haben, als noch am Sonntag in meinem Frühdienst.

Als die Kollegin, die heute Spätschicht gehabt hätte anrief und sich krank meldete. 

Heut ist so ein Tag, an dem ich bis Mittags diesen Kloß im Hals hatte, nicht wusste, ob ich jeden Moment anfange zu weinen, oder einfach weiter innerlich die Augen verdrehe und atme.

Ich hab mich auf meine Kinder gefreut.

Ich wollte nur noch nach Hause zu ihnen und sie drücken.

An Tagen wie diesen versammeln wir uns am Küchentisch. Wir machen Musik an, singen, malen, kleben, basteln…Hauptsache zusammen. Ich erzähle ihnen was bei der Arbeit so los war und warum ich so kaputt bin, während ich den Knopf der Kaffeemaschine drücke.

Mein Großer sagte plötzlich:

„Los, wir machen ich liebe dich, weil…“

Das habe ich mir mal ausgedacht, weil ich wahrscheinlich in der gleichen Stimmung war wie heute.

Ich mag Spiele, bei denen ich nur meine Lippen bewegen muss und dabei sitzen, oder liegen kann.

Beschäftigung mit den Kindern muss sein. Jedoch hasse ich Gesellschaftsspiele und ich hasse auch „ich packe meinen Koffer“.

Also gut.

„Ich liebe dich, weil…“ ist toll an Tagen wie heute.

Es ist Balsam für die Seele, erwärmt das Herz, beruhigt, besänftigt, lenkt ab.

Es ist spannend, was dabei von den Kindern aufgezählt wird. Oft denke ich, dass alles so selbstverständlich für sie ist.

Dann kommt:

„Ich liebe dich, weil du mich jeden Abend ins Bett bringst und wir noch reden!“

„Ich liebe dich, weil du mir jeden Morgen Vesper machst, obwohl du noch müde bist!“

„Ich liebe dich, weil du mir bei den Hausaufgaben hilfst!“

Es kam schon vor, dass einer von uns etwas aufzählte und der andere ungläubig fragte: „Echt jetzt“, weil ihm gar nicht bewusst war, wie liebenswert das an ihm ist.

Es ist schön zu hören, dass es nicht als selbstverständlich hingenommen wir. Wertschätzung tut gut. Für beide Seiten.

Auch mir tut es gut auszusprechen, warum ich sie liebe. Es kommen immer andere Sachen dazu, bei jedem Mal Spielen sind es andere Dinge. Je nachdem, was gerade so los ist.

Oft endet sowas in einer „Familienumarmung“, wie der Zwuckel es nennt und wir drücken uns alle drei.

Nichts tut besser als das, wenn der Tag doof war.

3 Kommentare zu „Ich liebe dich, weil…

    1. Hallo Kat. Da freue ich mich aber sehr darüber! Wenn du einen meiner Beiträge anklickst, sind rechts oben die 3 Pünktchen. Gehst du da drauf, müsste „folgen“ auswählbar sein. Wenn du dort deine Email Adresse eingibst, erhältst du immer eine Benachrichtigung, sobald ich etwas neues veröffentliche.

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