MUTTERTAG


Es war dieses Bild, das ich heute minutenlang lächelnd angestarrt habe und es nicht mehr weglegen konnte.

Ich habe geputzt und bin dabei über allerhand Dinge gestolpert, die mein Herz erfüllt haben.

Unter anderem auch die Muttertagsgeschenke meiner Kinder, die nicht sehr gut versteckt waren.

Der Grosse hat sich nicht besonders Mühe gegeben, das war leicht. Er hat es in sein Regal gelegt und hat die Werkzeugkiste seines Bruders draufgestellt.

Der Kleine wollte mir das Geschenk gleich Freitag nach dem Kindergarten geben.

Er erzählte ganz aufgeregt von der Schatzkiste und ich hatte sie auch schon in der Hand. Habe aber fast nicht gekuckt, nur so aus dem Augenwinkel, ich will mir die Überraschung ja nicht selber verderben.

Nachdem wir geklärt hatten wann Muttertag ist und dass er noch 2 mal schlafen muss, gab ich ihm die Schatzkiste und ermutigte ihn, sie in seinem Zimmer zu verstecken. So gut, dass ich sie ja nicht finde bis dahin.

Also beim Putzen hab ich diese tatsächlich nirgends gesehen und vielleicht weiss er bis morgen auch selbst schon nicht mehr, wo genau er sie versteckt hat.

Mein 1. Sohn kam im März 2011 auf die Welt und auf diesem Foto ist er exakt 4 Wochen alt.

Ich erinnere mich genau an damals: ich war fett und fand mich furchtbar. Ich hatte nichts anzuziehen. Ich gefiel mir so gar nicht. Kurz davor war ich beim Friseur und sie hat mir meinen Pony toooootal verschnitten. Viel zu kurz, da war nichts mehr zu retten.

Baby hatte einen Tag vorher Babyakne bekommen, die man auf den Fotos nicht gesehen hat.

Noch dazu pinkelte er bei einer Aufnahme in hohem Bogen auf das tolle Fell im Fotohaus. Die junge Dame lachte und ich schämte mich ein bisschen. „Das kommt ständig vor“, beruhigte sie mich.

An meinem 1. Muttertag als Mutter schien die Sonne und wir machten einen Ausflug zu einer Burg. Es fühlte sich so gut an.

Mein Sohn ist inzwischen 8.

So oft habe ich Gewissensbisse, dass ich nicht so viel Zeit und Geduld für ihn habe, wie ich gern würde.

Wie oft sitze ich da und bin traurig, weil ich ihm nicht so viel bieten kann.

So oft habe ich „später “ und „jetzt nicht“ gesagt.

So oft habe ich nicht so reagiert, wie ich es hätte tun sollen. Oder wie er es sich von mir gewünscht hätte.

Als ich wehmütig seine Ordner von Kita und Kindergarten durchgeschaut habe, ist mir aber eine wichtige Sache bewusst geworden und die hat mich getröstet.

Bei jeder Aufführung- ich war da.

Bei jedem Laterne basteln- ich war da.

Bei jedem Sommerfest- ich war da.

Dieses Bild weckt in mir nicht nur die Erinnerung an das, was in der Zeit schief lief.

Ich erinnere mich auch an das Gefühl gesegnet und überglücklich zu sein.

Ich hatte ein gesundes Kind. Einen Jungen, wie ich es mir immer gewünscht hatte.

Ich hatte so viel Liebe in mir, dass ich daran fast geplatzt wäre.

Daran hat sich bis heute absolut gar nichts geändert.

Ich konnte mir mein Leben nie ohne Kinder vorstellen. Nie, nie, nie!

Und jetzt hab ich zwei. Ich bin reich!

Allen Mamas da draussen:

Einen wunderschönen Muttertag!🌸🌷🌺🌹🌼🌻

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