Sarah Zöllner lädt wieder ein zur Blogparade und hier bin ich.
Ich habe zwei Schulkinder, ein Sohn in Klasse 2 und der Große in der 6. Klasse Gymnasium, G8.
Damals habe ich ihn wochenlang bekniet, dass er in die Realschule geht, egal wie die Empfehlung aussieht.
Er macht so Viel anderes gern und trifft sich gern mit Freunden. Ich wollte, dass er noch Zeit hat. Zum vor sich hinträumen und sich langweilen.
Aber er wollte unbedingt genau da hin. Er soll seine Erfahrung machen dürfen.
Beide könnten nicht unterschiedlicher sein!
Der Große hat mich verwöhnt, weil er schnell seine Sachen abarbeitete und selten mit Hausaufgaben nach Hause kam.
Er war immer der, dem die Lehrerin Zusatzaufgaben geben musste, weil er viel schneller fertig war als viele andere.
Wenn er mal was nicht gleich verstand, brauchte er nur einen kleinen Schubser und dann kam das große „Ahhhhh!“
Er hat schnell begriffen, konnte sich sehr viel merken und war viel besser, als ich es je war.
Dafür war er eher faul, machte nur das Nötigste daheim. Was „freiwillig“ zu machen war, hat er nie gemacht. Mit seiner Unordentlichkeit, Vergesslichkeit und seinem Gekritzel hat er mich oft in den Wahnsinn getrieben.
Wenn es kein Diktat war, interessierte ihn Rechtschreibung null und er schrieb wie er lustig war.
Er wäre nie ohne Hausaufgaben in die Schule gegangen.
Wenige Male hat er vor Wut geweint, weil er nicht wollte/ konnte.
Weglassen? Niemals! Das muss gemacht werden. Er nahm das sehr genau.
Mein Zwuckel ist ein gaaaaaanz anderer Typ.
Ihm fällt alles viel schwerer, er ist schnell überfordert und braucht extrem lange für alles.
Hausaufgaben mit ihm sind wirklich Psychoterror, auf den ich mich den Vormittag über gut vorbereiten muss, um nicht durchzudrehen.
BIS er anfängt ist es schon ein schwerer Weg! Muss er einen Text abschreiben in Schreibschrift hab ich eigentlich schon verloren.
Mathe ist ein Arsch für mich, ich check die Zahlen nicht, das Lied könnte von ihm sein.
Manchmal geht es besser, aber ist Minus dran setzt alles bei ihm aus und dann weiss er die einfachsten Rechnungen nicht mehr.
Bei ihm brauch ich viel Fingerspitzengefühl, um ihn zu motivieren. Nicht nur einmal schmiss er den Stift über den Tisch und ließ mich sitzen. „Ich mach jetzt gar nichts mehr!“
Er ist schnell demotiviert, wenn er etwas nicht versteht. Lässt es sich dann aber auch nicht erklären, hält sich die Ohren zu und schreit.
Sein Bruder und ich haben schon Felder mit ihm ausgemalt und geschnitten. Er hat gerechnet, ich hab geschrieben.
Ihn hab ich montags und donnerstags in der Hausaufgabenbetreuung angemeldet. Das sind meine Lieblingstage, ich gebe es zu.
Einmal hab ich ihn abgeholt, alle Kinder haben schon längst im Schulhof gespielt. Nur er saß immer noch am Abschreiben und war auch noch nicht fertig. Immer noch waren 4 Sätze übrig.
Aber wisst ihr, wann er definitiv fertig wird? Wenn Hr. O. die Hausaufgaben betreut und 2 mal zwischendrin Stopptanz macht.
Ausserdem lässt dieser Lehrer das Lied „Hausaufgaben“ von Deine Freunde laufen, in dem es darum geht, wie gern man die vor sich herschiebt und wie sehr sie nerven.
Auf Facebook habe ich eine andere verzweifelte Mama gefunden, deren Sohn genauso tickt wie meiner. Sie ist verzweifelt wie ich, weil das alles so viel Raum und Zeit einnimmt, die Diskussion darüber noch länger dauert als die Sache an sich.
Ihren Tipp werde ich versuchen.
Sie macht eine Hausaufgabenralley.
Jedes Blatt wird an einen anderen Ort geklebt und muss eben an diesen bearbeitet werden.
Auf dem Boden sitzend, weil im Küchenschrank Station 1 ist.
Station 2 klebt z.B. unter dem Tisch, so dass man sich unter diesen legen muss, um das Blatt zu bearbeiten.
Oder mit Inlinern an den Füssen am Küchentisch vor und zurückrollend. Nichts bleibt unversucht.
In all den Jahren gab es einige Lichtblicke unter den Lehrern, die, die so anders waren als alle anderen.
Die, die mit Kindern hinter sich her und Ukulele spielend über den Schulhof tanzen und „We will rock you“ singen. Bitte mehr davon!
Der Musiklehrer hier an der Grundschule ist ein Lichtblick. Er ist Mentalzauberer und war schon bei „Das Supertalent“.
Er hat die Kinder immer an seiner Seite, denn es vergeht keine Stunde ohne Magic. Ich erinnere mich an Lieder wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“, “ Hejo, Spann den Wagen an“.

Beim Superlehrer gibt’s das nicht. Da singt man mit rockiger Stimme “ Hey hier kommt der Werner, mit dem Fleckentferner!“ Bitte mehr davon!
Eines abends erzählte mein damals Erstklässler mir, dass sie mit diesem einen Lehrer öfter mal ne „Brunnenkonferenz“ machen. Mitten im Schulhof ist dieser Brunnen, an dem sie sich dann treffen und dort habe der Lehrer gesagt:
„Ich bin immer für euch da!“ Passend zum Thema „Das kleine WIR“.
Diese Lichtblicklehrer, die in jedem Quartal ein 4 Augen Gespräch mit dem Schüler haben. Gibt es Probleme? Fühlst du dich wohl in der Klassengemeinschaft? Was hast du für Ziele?
Mein Sohn ärgerte sich über die 3 in Englisch und er hätte sagen können, dass er sich nur anstrengen muss, viel lernen und dann klappen es sicher mit der 2.
Er aber sagte: „Du bist in der 5. Klasse Gymnasium. Hier ist 3 eine gute Note. Und selbst wenn in deinem ganzen Zeugnis nur Dreien wären, wäre es ein gutes Zeugnis!“
Bitte mehr davon!
Trotzdem stelle ich erschreckend fest, dass immer noch sehr viel schwarze Pädagogik überall herrscht. Und dass manche Lehrer sich nie weiterentwickeln. Und junge Lehrer nicht immer motivierter sind, sondern manchmal auch die Schlimmsten.
Mein Fazit: Schule nervt mich oft. Sie kostet uns so viel Zeit, Nerven und belastet die Beziehung zwischen Mama und Kind.
Ich vermisse es nach dem Kindergarten direkt auf den Spielplatz zu können, weil es noch kein Vokabeln lernen gab und keine Hausaufgaben.
Und ich hab mich soooo locker gemacht. Gute Noten zeigen nicht, dass du klug bist, oder alles verstanden hast. Sondern einfach nur, dass du fleißig warst und viel gelernt hast.
Schlechte Noten sagen nicht, dass du dumm bist, sondern nur, dass du faul warst und zu wenig gelernt hast.

Ich hatte so oft beim Lesen ein Lachen im Gesicht und wünsche mir für unsere und natürlich auch alle anderen Kinder genau solche Lehrer.
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Danke für Deinen Kommentar.
Ich möchte kein Lehrer sein! Aber wenn ich einer wäre, hoffte ich, so einer zu sein. 🙂
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Das möchte ich in der heutigen Zeit auch nicht.
Wobei Erzieherin ja auch in die Richtung geht.
Lg Maria
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Wird nie langweilig …
Und ich finde nach wie vor Hausaufgaben sind im wahrsten Sinne des Wortes asozial, was machen denn die Kinder deren Eltern keine Hausaufgabenralleye mit ihnen veranstalten (wobei ich die Idee cool finde!!!), sondern die mit der Schule ihrer Kinder überfordert sind, keinen Bock drauf haben , was weiß ich.
Bei den Hausaufgaben ist die Chancenungleichheit am sichtbarsten.
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Bin voll bei dir! WIE asozial Hausaufgaben sind, merkt man aber erst, wenn man ein Schulkind hat, das da nicht so locker flockig durchspaziert. Beim 1. Sohn hatte ich nie das Gefühl, dass Hausaufgaben unserer Beziehung und Bindung schaden. Er hatte die gleiche Strenge Lehrerin, wie jetzt mein Kleiner. Damals fand ich sie noch cool. Jetzt einfach nur blöd!
Genauso wie die Mama, die sagte:“Ach, ist nicht schlimm, dass sie am 1. Tag nach den Sommerferien schon Hausaufgaben hatten. Sie macht das alleine und mit Spaß und ich lese in meinem Buch!“ Mit den Worten des Grinch: Hass! Hass! Hass! 🙂
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