Tage wie heute passieren nicht sehr oft, aber es gibt sie.
Diese Tage, die sich ziehen wie Kaugummi und nicht enden wollen.
Tage, an denen nichts funktioniert, wie es soll und wie ich geplant hatte.
Da meine Kinder die Hälfte der Wochenenden bei ihrem Papa verbringen, ist die Erwartung immer groß.
Jedes Mal schreit alles in mir: „Qualitytime!“
Endlich in den Tag hinein leben, keine Pläne haben, jeder macht einfach was er will und wozu man unter der Woche nicht kommt.
Ich zum Beispiel sah uns heute im Wald, es zog mich so in die Stille.
In meiner Phantasie sah ich die Kinder vergnügt vor mir laufen, wie sie Spass hatten beim Stöcke sammeln, Moos fühlen und Tiere beobachten.
In der Realität wollten meine Kinder alles andere als in den Wald. Mein Plan B und C wurde auch zerschmettert.
Manchmal träume ich davon, wie ich mit meinem Kaffee und Laptop am Küchentisch sitze und an meinem Buch schreibe.
Die Kinder spielen Lego zusammen, ich höre nur ihr Lachen.
Heute funktionierte gar nichts. Wie oft an unseren Wochenenden.
Ich schätze wir sind nicht gut in diesem:
„Wir leben einfach in den Tag hinein Ding.“
Meine Kinder machten das Gegenteil von dem was sie sollten, hörten nicht, nahmen mich nicht ernst, schalteten auf Durchzug und lachten mir dabei noch ins Gesicht.
DIESE Tage.
Es war kein schönes Miteinander, sie kämpften, sie gingen mit Bleistiften aufeinander los, es wurde gebrüllt und Türen zugeschlagen.
Diese Tage, wenn man dabei zuschauen muss und nicht mehr dazwischen gehen kann und will.
Hatten wir nicht erst vor zwei Wochen eine Familienkonferenz deswegen? Ist denn wirklich nichts hängen geblieben?
Ich bin es so leid und ich kann nicht mehr.
Diese Tage, an denen ich einfach gar nichts im Griff habe, am wenigsten mich selber.
Diese Tage, an denen mir nicht nach Schreien zumute ist, sondern meine Stimme überschlägt und ich merke…
Ich bin im Mangel! Ich bin so im Mangel.
Ich gehe in mich. Lasse die Woche Revue passieren, sie verlangte mir Einiges ab:
Fortbildung, Elternabend, stressige Schichten, Hausaufgaben, Kochen, Grosseinkauf, Teambesprechung, Arzttermine, Telefonate, Vokabeln lernen.
Ich habe nur funktioniert.
Es war nichts dabei, das Spaß macht. Nichts, das nur für mich war!
Ich bin so müde. So erschöpft. So schwach und klein und müde und traurig und wütend und hilflos und so allein.
Es überwältigt mich.
Ich muss alleine sein und da keiner mich begleiten will, gehe ich in meine geliebten Weinberge. Ich will laufen. Und nicht reden. Nicht diskutieren und nicht verhandeln.
Die Luft tut gut und ich spüre, wie nötig es ist.
Ich mache meine Kopfhörer in die Ohren und eine Meditation an.
„Du bist nicht allein“, sagt die Stimme.
„Schau in den Kreis, wir sind Viele. Und wir alle lächeln Dir zu! Erinnere Dich, du machst es so, so gut!“
Ich weiss, dass meine Kinder nicht Schuld sind, das Leben nicht gemein, der Tag nicht umsonst. Und ich nicht alleine.
Ich bin nur im Mangel und darf besser auf mich achten.
Mein Energiehaushalt ist erschöpft und es war zu wenig dabei, das den Akku lädt.
