Sei gut zu dir!

„ERST WENN DU VERLOREN BIST, FÄNGST DU AN DICH ZU FINDEN.“

Vor gut 3 Jahren hatte ich mich verloren.

Ich war frisch getrennt, mit den Jungs aus dem Haus ausgezogen, hatte meine Arbeit wegen der neuen „Unflexibilität“ verloren und weinte viel.

Ein Tag ist mir dabei in besonderer Erinnerung geblieben:

Ich hatte ein paar Stunden für mich und stellte fest, dass ich keine Ahnung habe, wer ich bin.

Ich war die letzten Jahre Mutter, Ehefrau, Krankenschwester, aber wer war ICH?

Darauf keine Antwort zu haben erschreckte mich so sehr.

Ich wusste nichts über mich selber.

Wie will ich sein, was habe ich für Ziele, was ist mir wichtig, wie möchte ich mein Leben gestalten, was will ich erreichen, was meinen Kindern vorleben?

Die vielen Fragezeichen ließen mich schier verzweifeln.

Noch immer habe ich mich noch nicht gefunden, arbeite an vielen „Baustellen“, aber ich habe mich zumindest mal auf den Weg gemacht.

Das fühlt sich gut an.

Ich habe Antworten auf all meine Fragen gefunden und komme mir selber wieder etwas näher.

Bald habe ich Geburtstag und seit Jahren beschenke ich mich dazu selbst.

Vor 2 Jahren nahm ich all meinen Mut zusammen und schloss mich dieser Sportgruppe an, von der ich dachte, dass mein Fitnesslevel nicht reinpasst.

Aber es passte. Und dieser Tag änderte alles!

Diese Kraft, die ich an dem Tag in mir wahrnahm, die wollte ich jetzt immer spüren.

Ich war verblüfft, wozu ich fähig war. Ich konnte mit vielen anderen dort nicht mithalten, aber das war auch nicht mein Ziel. Jeder geht im eigenen Tempo und das ist auch o.k so.

Ich brannte. Ja, das war irgendwie ich.

Dabei hatte ich keine Ahnung, dass Sport für mich so wichtig werden konnte, hielt ich mich doch immer für viel zu unsportlich und ohne Kondition.

An dem Tag stellte ich spätestens fest, dass ich voller Überraschungen steckte und alles möglich ist.

Letztes Jahr schenkte ich mir die Kleidergrösse 40 und eine grosse Kleiderbestellung. Ich freute mich darüber, dass es im Schrank noch Kleidung von früher gab, lang vor den Kindern.

Sie passte wieder und es hat mich beflügelt. Wie anders plötzlich alles war.

Und wie anders es sich anfühlte!

Ich lernte mich immer besser kennen, wahrzunehmen, in mich reinzuhören, aufmerksam zu sein im Bezug auf mich selbst.

Warum und wieso alles so ist wie es jetzt ist…wer weiss das schon?!?

Wichtig ist, dass es gut ist wie es jetzt ist und es fühlt sich tatsächlich so an.

In wenigen Tagen werde ich 38 und fühle mich voller Tatendrang.

Es kribbelt und ich freue mich sehr auf mein Geschenk an mich selbst.

Dieses Jahr wird es eine Bio Pol Massage und ein bisschen Meditation im Anschluss.

Ich habe an diesem Montag frei, werde die Kinder in Schule und Kindergarten absetzen und dann gut zu mir sein.

An dieses Gefühl erinnere ich mich aus meiner Ehe nicht.

Meist wusste ich vorher schon was ich bekomme, weil ich es mir auf Nachfrage gewünscht hatte. Oder er hat es vorher schon versehentlich verraten, obwohl er mir doch nur einen Tipp geben wollte.

Was mich heute beschäftigt, das ist die Frage:

Warum erst jetzt?

Warum war das alles nötig, warum musste ich durch das alles gehen, um an diesen Punkt zu kommen?

Als verheiratet Frau waren die Prioritäten andere. Es ging um das Haus, die Kinder, den Mann, die Arbeit, die Organisation, die Finanzen…aber es ging nie wirklich um mich.

Daran bin ich natürlich selber schuld, denn ich habe mich ja auch nie zur Priorität gemacht.

Ich habe immer nur danach geschrien, als mal wieder Land unter war und das Kind schon längst in den Brunnen gefallen.

Dann nahm ich mir mal wieder vor viel mehr mein Ding durchzuziehen und mehr an mich zu denken.

Nur blöd, dass ich ja gar nicht wusste, was „mein Ding“ war und so war es schnell wieder vergessen.

Allein sein ist auch eine ziemliche Herausforderung, wenn man nichts mit sich anfangen kann, keine Hobbies hat, nichts für sich ganz alleine hat.

Also war es sehr leicht sich hinter dem Modell „heile Familie“ zu verstecken und zu jammern.

Niemals wäre ich die geworden, die ich heute bin, mit allem was mich ausmacht, mit meiner ganzen Essenz.

Es ist wie es ist! Und das ist gut so. Auch wenn ich das vor einigen Jahren noch nicht so sehen konnte.

Ich finde es äußerst wichtig gut zu sich zu sein. Auf sich Acht zu geben, sich gesund zu ernähren, sich zu bewegen…körperlich und geistig.

Rauszufinden wer man wirklich ist und sich regelmäßig mal in den Mittelpunkt rückt.

Das darf man und soll man, ohne schlechtes Gewissen.

Wenn ich achtsam mit mir bin, bin ich es auch mit meinem Umfeld. Wenn ich gut zu mir bin, kann ich auch gut zu anderen sein.

Nur wenn es mir gutgeht, kann es meinen Kindern gut gehen. Jeder profitiert letztendlich davon.

Und ganz unter uns:

Wenn meine Kinder schon nur mit ihrer Mama gross werden müssen, dann doch bitte mit einer, die immer an sich arbeitet, nie damit aufhört und ihnen vorlebt, dass es wichtig ist, gut zu sich zu sein.

2 Kommentare zu „Sei gut zu dir!

  1. Bei mir war es ganz genau so. Der Anfang verdammt schwer, aber es hat sich gelohnt. Ich bin endlich in meinem Leben an einem Punkt, wo ich zumindest weiß, was ich möchte und was nicht. Das tut mir gut und für meine Kids eine zufriedene Mama sein zu können, das ist toll. Den beiden fällt heute sofort auf, wenn was nicht stimmt. 😃
    Geschenke an sich selbst zum Geburtstag, das mache ich auch schon seit vielen Jahren. Das haben wir uns doch auch verdient 😉
    Ich wünsche Dir morgen einen tollen Tag und genieße dein Geschenk 🎁

    Gefällt 1 Person

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