Selbstverwirklichung

Es gibt ein Hobby und eine einzige Sache, die mir heilig ist: mein Sport.

Jetzt bin ich alleinerziehend, arbeite Teilzeit als Krankenschwester, der Haushalt bleibt komplett an mir hängen.

Ebenso schaffe ich es mit Sohn 1 Hausaufgaben zu machen, für Diktate zu üben und Gedichte auswendig zu lernen.

Ich fahre beide zu ihren Freunden, hole ab, organisiere Treffen bei uns.

Drei mal die Woche packe ich die Turntasche für den einen Sohn und jeden Montag fahre ich den kleinen Sohn zur Musikschule.

Mir ist nicht langweilig! Nie!

Selten, dass ich auf der Couch liege und mal die Beine hochlege.

Es gibt immer zu tun!

Mein Sport ist mir wichtig. Es ist Stressabbau, ich sammle Kraft und habe danach mehr Geduld.

Meine Jungs haben das inzwischen verstanden.

Heute zB haben wir uns schick gemacht, denn Sohn 2 hatte mit seinem Kindergarten den Erntedankgottesdienst vorbereitet.

Danach tobten sie draussen mit ihren Freunden, spielten Tischkicker, Verstecke und Fangen.

Um die Mittagszeit herum wurde ich ungeduldig. Genug mit dem Kinderprogramm! Jetzt bin ich dran!

Die Kinder waren nicht kooperativ, hatten keine Lust sich zu Hause umzuziehen, waren genervt und lustlos.

Ich zog mir im Schnellverfahren meine Sportsachen an und packte die Tasche für die Jungs:

Nerf, Schnitzmesser, Autos, Ball, Essen und Trinken.

Meine Motivation war etwas im Keller nach 2 Stück Kuchen. Ich wusste aber, dass ich mich danach besser fühlen werde.

Am Sportplatz angekommen, machen wir uns erst mal breit.

Die Springseile lege ich raus, irgendeiner schnappt es sich doch immer und probiert was aus.

Der Zwerg ging zielstrebig zum Zaun.

„Mama, ich mach nochmal Kopfstand!“

Es klappt richtig gut und ich bin sehr stolz auf ihn.

Ich lege meine Sportmatte aus und stelle mein Programm ein.

Ohne viel Kommunikation lege ich mit dem warm up los.

Die beiden wissen, dass sie sich jetzt selber beschäftigen müssen und ich nur unterbreche, wenn es um Leben und Tod geht.

Ich sehe im Augenwinkel, wie sie am Zaun hochklettern und der Zwerg abrutscht.

Er hängt, die Füsse baumeln und er findet keinen Halt. Der Grosse springt sofort ab und hebt ihn vorsichtig runter.

Solche Dinge klappen, ohne dass ich etwas sage. Deshalb rufe ich laut: „Danke!“

Dass ich Abstand brauche für meine Übungen und es nicht leiden kann, wenn man mir dabei in die Quere kommt, haben sie auch verstanden.

Sollte der Zwerg sich mir mal gefährlich nähern, ist der grosse Bruder sofort zur Stelle, macht ihn darauf aufmerksam, oder lenkt ihn ab.

Sie haben tolle Ideen und wir alle lieben die Zeit auf dem Sportplatz.

Ich lasse ihnen viel Freiheit, dafür, dass ich in Ruhe mein Ding durchziehen kann.

Ich nehme nasse Ärmel in Kauf, dreckige Hosen, die auch nach dem Waschen nicht mehr sauber werden.

Heute wollten beide barfuss sein. Zum Diskutieren hatte ich keine Luft und meine NICHT-Reaktion deuteten sie freudig als ein ja.

Es fing an zu tröpfeln.

Der Grosse bettelte mich an, dass wir trotzdem noch bleiben. Er wolle noch nicht weg.

Ich hatte heute einen grossen Wunsch:

Nämlich DIESES Foto.

Es brauchte ein paar Anläufe, aber es hat geklappt.

Das ist, was uns verbindet. Was uns ausmacht. Das sind WIR!

Jeder unterstützt den Anderen und hilft dabei, dass jeder Einzelne sein kann, wie er ist.

Das ist Familie und ich liebe meine!

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