Ganz besondere Menschen

Wenn ich an die letzten 3 Jahre denke, fallen mir so viele Situationen ein, die mich sprachlos machten. Menschen, die mich sprachlos machten.

Nach der Trennung hab ich meine Arbeit verloren und musste mir was Neues suchen.

Ich war beim Bewerbungsgespräch für einen neuen Job und die Dame war neben meinen Unterlagen sehr interessiert an meiner privaten Situation. Sie schaute mitleidig und liess mich erzählen.

Ich war verwundert, so ein Bewerbungsgespräch hatte ich davor noch nie. Es kam mir wirklich seltsam vor.

Meine/unsere Situation war alles andere als gut.

Als sie so ziemlich alles wusste, bat sie mich darum, das, was sie mich jetzt frage, nicht in Verbindung mit dem Jobangebot zu bringen. Dieser Teil sei privat!

Sie erzählte, dass sie eine grosse Familie habe und sie zu Weihnachten immer zusammensitzen und wichteln. Jeder darf auf einen Zettel schreiben, was er sich wünscht, wenn er gezogen wird. Sie habe den Zettel ihrer Tochter dieses Jahr erwischt. Darauf sei gestanden, dass diese so viel Glück hatte im letzten Jahr. Sie persönlich wünsche sich nichts. Wer sie zieht, soll den ausgemachten Wert von 100 Euro jemandem geben, der nicht so viel Glück hatte und es brauchen kann.

Mitten in diesem Bewerbungsgespräch fragte mich diese Frau, ob ich ihr „Geschenk“ annehme und sie von mir erzählen darf, wenn sie an Heiligabend zusammensitzen?

Ich habe sofort geweint und konnte nicht mehr reden.

Vielleicht blieb es mir deshalb so in Erinnerung.

An meinem 1. Arbeitstag überreichte sie mir einen Umschlag. Darin eine sehr rührende, persönliche Karte und 100 Euro in bar.

Bis heute denke ich sehr, sehr oft an diesen Tag und freue mich bis heute, dass es solche Menschen gibt!

Eine alte Freundin, mit der ich meine ganze Jugend verbrachte, von der ich Jahre nichts gehört hatte, überraschte mich mit einem Paket. Wir fanden irgendwie durch diese Situation wieder zusammen und es war, als hätten wir uns gestern gesehen. Sie brachte mich zum lachen, hörte zu und war da!

In dem Paket war Legospielzeug für meinen Sohn und da sie gerne häkelt, auch etwas selbst gemachtes. Ob es ein Engel ist, oder eine Krankenschwester, darüber sind mein Sohn und ich uns bis heute nicht einig. Wichtig ist nur, dass sie mir Mut und Hoffnung geschenkt hat, jedes Mal, wenn ich an ihr ( ich denke es ist eine Krankenschwester) vorbei laufe. Bis heute!

Diese Freundin war übrigens auch die, die damals zu mir sagte: „Nein, das machst du nicht! Du liegst nicht rum und heulst, bis deine Kinder von Papa zurückkommen! Du stehst jetzt auf, gehst duschen, schminkt dich und ziehst das schönste an, was dein Schrank hergibt! Dann gehst du raus! Zu einer Freundin, Eis essen, oder was auch immer!“

Keine Ahnung woher ich die Kraft nahm, aber ich hörte auf sie und es tat mir gut.

Als die Kinder mit Papa eintrafen, war ich auch gerade zurück und mein Sohn rief von Weitem:

„Wow, Mama, warum bist du so hübsch?!?“ Er hatte mich SO schon länger nicht gesehen. Das tat mir gut und legte die Weiche!

Ebenso gab es da diese Freundin, die für 2 Jahre nach Amerika ging. Von dort aus schickte sie uns 3 Karten für ein Spassbad. Ich weiss, dass mein Sohn sich riesig freute und ich erinnere mich noch genau, was er sagte: “ Gell Mama, das ist wie mit dem Weihnachtsmann. Man kann gar nicht genug danken!“

Wir verbrachten dort sage und schreibe 7 h!!! Es war unsere erste grössere Unternehmung und wir hatten so viel Spass!

Danach war ich kaputt, aber so glücklich.

Es waren diese besonderen Menschen, oft nur flüchtige Bekannte, die mir Schuhe anboten für die Kinder. Gute Schuhe, oder gute Kleidung und sich rechtfertigten, dass sie getragen seien. Ich war so dankbar!

Bis heute begegnen mir diese Menschen!

Erst letzte Woche bekam ich eine Email vom Trainer meines Sohnes vom Turnen. Für die Reckübungen muss er verschiedene Dinge bestellen, um richtig trainieren zu können. Insgesamt 50 Euro.

Ich schluckte kurz, aber nur, weil mein Sohn so oft seine Sachen verschlampt und mir bei dem Preis deshalb etwas schwindelig wurde.

Ich wollte das Geld gleich am nächsten Tag überweisen und scherzhaft fragen, ob ich dafür gleich eine Versicherung abschliessen könne.

Keine 15 min später schrieb er mir erneut, dass es einen Sponsor gegeben habe, ich soll nichts überweisen, es sei erledigt.

Er hat mir geschworen, dass er es nicht ist. Ich habe auch den ein, oder anderen Verdacht. Aber wer es gezahlt hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Es fällt mir immer noch schwer solche „Geschenke“ anzunehmen. Nicht empört zu sein! Nicht traurig, nicht gekränkt.

Sondern einfach nur DANKE zu sagen.

Danke ihr besonderen Menschen, danke ihr Wegbegleiter, danke Schicksal, danke Karma!

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