Vatertag/ Muttertag

Im Kindergarten und in der Schule wurde für diesen Tag fleissig gemalt und gebastelt. Meine Kinder können ihrem Papa die Geschenke erst eine Woche später geben.

Das ist halt in unserem besonderen Fall so!

Und dabei sind wir so gar nicht Besonders, denn wie viele verheiratete Frauen habe ich mich heute komplett alleine um die Kinder gekümmert.

Es gibt die einen, die als Familie etwas unternehmen, eine Wanderung zum Beispiel.

Und dann gibt es die Väter, die es fern ab der Familie krachen lassen und sich selber feiern. Oft auch solche, die noch gar keine Väter sind und inzwischen können auch deren Freundinnen am Abend nicht mehr einen Fuss vor den anderen setzen.

Ich freue mich, dass meine Kinder einen Vater haben, der zwar keine grosse Rolle einnimmt, aber es ist doch so, dass ich nicht das Gefühl habe, ich müsste diesen ersetzen.

Ich bin die Mama und nur die Mama, denn Papas kann man meiner Meinung nach nicht ersetzen.

Klar bleibt letztendlich alles an mir hängen, aber es gibt ihn. Alle 14 Tage. Immerhin. Ob ich alles gut finde was und wie er es macht, das tut hier nichts zur Sache.

Beim Alleinerziehendsein gibt es nur 3 Reaktionen aus dem Umfeld:

Die erste ist, dass mir gesagt wird, dass sie „eigentlich“ ja auch alleinerziehend sei, da der Mann sich wenig bis gar nicht einbringe.

Das sorgt bei mir für ein müdes Lächeln und dann muss ich schnell weiter und mir auf die Zunge beissen.

Reaktion Nummer 2 ist, dass ich bemitleidet werde, alles alleine schaffen zu müssen und es wird anerkannt, wie schwer das alles sein muss.

So recht gefällt mir das auch nicht, denn „schlimmer geht immer“.

Es gibt so viele Mütter, die wirklich alles alleine machen müssen, nie durchatmen können. Auch nicht alle 14 Tage.

Die, deren Mann verstorben ist, oder sich für immer aus dem Staub gemacht habt, null Interesse am Kind zeigt. Das ist hart!

Die 3. Reaktion ist…keine Reaktion.

Es wird totgeschwiegen. Eventuell dann hinter dem Rücken geredet.

Oder vielleicht sind sie einfach gottfroh, dass sie nicht in dieser Lage sind. So froh, dass sie dafür eine eher schlechte Ehe hinnehmen.

Ich wollte meinen Kindern nicht vermitteln, dass es Liebe ist, wenn Papa und Mama sich nur noch Anschreien können. Oder noch schlimmer, über eine Woche kein Wort miteinander reden.

Aber irgendwie wurde danach immer wieder alles gut.

Bis es eben nicht mehr gut wurde!

Meine Entscheidung habe ich nie, nie, nie bereut, egal wie ich mit meinem Schicksal gehadert habe.

Ich wollte nie zurück!

Vatertag, um auf das Thema zurückzukommen. Ja, warum nicht!?

Ich habe heute einige Papas gesehen, die mit ihren Kindern Fussball gespielt haben. Einige, die die Arme ausgebreitet haben und ihr Kind fest gedrückt haben.

Ich habe die gesehen, die gern Zeit mit ihren Kindern verbringen, überglücklich sind und über diese freu ich mich.

Ob dieser Tag allein jetzt einen guten Vater ausmacht, das bezweifle ich. Der besoffene mit dem Bollerwagen ist vielleicht die anderen 364 Tage im Jahr DA! Wirklich da!

Der, der heut Zeit mit den Kindern verbracht hat, kann es seiner Frau zu Liebe getan haben. Oder weil sich sonst nichts ergeben hat. Es sagt nichts aus!

Am Muttertag war bei uns dieses Jahr Papa-Wochenende.

Ich unterstelle ihm keine Absicht, dass er genau an diesem Tag die Jungs über 1 h zu spät zurückbrachte. Denn er hat gar nicht dran gedacht.

Ich gebe zu, dass ich meinen Muttertag perfekt fand. Ich habe gearbeitet, habe Sport gemacht, ein Nickerchen und habe die Ruhe so sehr genossen.

Ich hatte so gar keine Lust auf laute, streitende Kinder und Kuchen backen.

Ich brauche keinen Tag, um geehrt zu werden.

Es gibt unter dem Jahr so, so viele Tage, an denen ich mir selbst auf die Schulter klopfe.

Allein dafür, dass ich ihn überlebt habe!

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