Selbstliebe

Ich bin alleinerziehend mit 2 wilden Kerlen, arbeite als Krankenschwester. Bei der Arbeit kümmere ich mich um andere, zu Hause kümmere ich mich um die Kinder. Und wer kümmert sich um mich???? Ich! Ja, meine Tage sind sehr ausgefüllt und mir ist nie, wirklich nie langweilig, nicht eine Minute. Es gibt so viel zu tun und meist wünschte ich mir, der Tag hätte nicht nur 24 Stunden. Denn die reichen oft nicht, um alles so hinzubekommen, dass ich abends zufrieden bin. Wie soll man es da auch noch schaffen Sport zu machen und gut zu sich zu sein? Dafür ist doch keine Zeit! Falsch! Ich NEHME mir bewusst die Zeit. Heute zum Beispiel sieht unser Küchenboden wirklich schlimm aus: Krümel, Kabareste, diverse Sossen und Getränke haben ihre Spuren hinterlassen. Der Freund meines Sohnes stellte fest, dass unter dem Tisch ein Stück Brezel liegt. Ich musste wirklich grübeln, wann es bei uns Brezeln gab. Ja, könnte 2, 3 Tage her sein. Ich kam nicht dazu. Es war dafür einfach keine Zeit. Die brauchten wir heute zum Beispiel dafür, zu kuscheln und Hausaufgaben zu machen. Wir waren zusammen auf dem Sportplatz. Ich hab Sport gemacht und die Kinder haben getobt, mitgemacht oder sich mit sich selbst beschäftigt. Der Boden ist dreckig, weil wir zusammen gegessen haben und der Zwerg die Karotten für uns geschält hat. Ja, die Eierschalen von den heut bemalten Ostereiern landeten zum Teil auch unter dem Tisch, weil jeder sein eigenes geschält hat. Aber wisst ihr was? Wir waren glücklich dabei! Meinem Sohn fiel ein, dass er gern Michael Jackson hören würde und da lässt die Mama sich nicht 2 mal bitten. Wir assen und tanzten dabei. Der Kleine stand mit seinem Brot auf der Sitzbank und bewegte sich ausgelassen zur Musik. Am Ende tanzten wir wild in der Küche rum und es tat so gut. „Smoth criminal“ ist UNSER Lied, da gibt’s kein Halten. Ich schmierte tanzend die Schulbrote für den nächsten Tag und der Zwerg klopfte mir dabei im Rhythmus der Musik auf den Po. Der Grosse zeigte uns, wie er tanzen würde, wenn er all seine Gefühle jetzt rauslässt. Und das tat er. Wir hatten Spass! Warum? Weil die Mama Sport gemacht hat. Ich hab was für MICH getan. Das ist ein so gutes Gefühl und erfüllt mich. Am meisten hader ich, wenn ich nicht kann wie ich will, das macht mich wahnsinnig. Zum Beispiel, wenn ein Kind krank ist, natürlich liegen die Prioritäten dann woanders. Trotzdem werd ich unruhig! Dieses Fremdbestimmt sein über Tage ist nicht mein Ding, aber ich nehme es in Kauf. Umso schöner sind Tage wie heute, wenn es einfach „läuft“. Aufgrund dieser ganzen Ereignisse kamen die Jungs heute viel später ins Bett und es wird sich morgen 6 Uhr beim Wecken rächen.

Mein Fazit: Heute war ein guter Tag! Ich konnte was für mich tun und ganz viel für andere. Wir haben Zeit miteinander verbracht und ich hatte ein paar Minuten Zeit für mich. Zwar nur auf dem Weg von der Arbeit zum Kindergarten, aber hey, ich bin dankbar dafür. Der Küchenboden ist morgen auch noch dreckig und durch die Tanzaktion beim Essen lohnt es sich jetzt erst recht. Hätte ich vorher gesaugt und gewischt, hätte es die Tanzaktion sicher nicht gegeben und ich hätte geschimpft. Was hätte mich heute mehr erfüllt? Sauberer Küchenboden, oder unser Lachen und die Zeit zusammen? Ich schmunzel immer noch und der Boden…der ist mir heut nochmal egal! Priorities, you know!?! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s